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  Iron Maiden Spitfire Mk.II Aces High
  (Revell, 05688, Maßstab 1:32)
   von Florian Hölzel

IRON MAIDEN – der Inbegriff für viele Heavy Metal-Fans, mittlerweile schon zur Legende geworden! Aber was hat Heavy Metal mit Modellbau zu tun? Und wieso gerade Iron Maiden? Gute Fragen, die ich gerne beantworten möchte.

Nicht nur Musik steht bei Iron Maiden auf dem Programm, sondern auch Flugzeuge, denn Leadsänger Bruce Dickinson ist auch im Besitz einer Pilotenlizenz und flog die Band schon zu einigen Tourneen um die Welt. Erst mit einer Boeing 757-200 und später dann zur „The Book of Souls“ Tour dann mit einer Boeing 747, selbstverständlich mit der dementsprechenden Lackierung und somit wechseln wir schon zum Modellbau. Revell brachte vor ein paar Jahren die Boeing 747 in der besagten Lackierung auf den Markt. Was liegt dann noch näher zum 35. Jahrestag des Liedes „Aces High“ auch eine Spitfire in entsprechender (fiktiver) Lackierung herauszubringen? Zumal das Lied von der Luftschlacht um England handelt. Jedoch ist nur eine Lackierung der beiden Optionen fiktiv, dazu aber später mehr.

 

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Die Spitfire ist DAS Flugzeug der Briten aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, von der es mehrere Varianten gab, ähnlich wie bei der Bf 109. Bei dem hier vorgestellten Modell der Variante Spitfire Mk.II handelt es sich um eine Wiederauflage aus dem Jahr 2014, als Revell diesen Bausatz das erste mal in einen Karton verpackte. Der Karton ist meiner Meinung nach ein wenig überdimensioniert. Ein bisschen kleiner hätte er schon sein können, sodass die Teile nicht zu sehr hin und her „fliegen“ können. Nichts desto trotz ist der Karton mal nicht bis zur Ausbeulung vollgestopft, was auch schonender für die Teile und Spritzlinge zu werten ist.

 

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Insgesamt 6 Beutel in denen die Spritzlinge verpackt sind finden sich neben der Anleitung und dem Nassschiebebilderbogen in der Schachtel. Einer dieser Beutel enthält jedoch Farben, Kleber und einen Pinsel, da es sich hier um ein Geschenkset handelt. Dieser Beutel hätte ein wenig größer ausfallen können, da der Pinsel nur gerade so reinpasst, sodass die Borsten etwas in Mitleidenschaft geraten. Die größten Teile bilden die beiden Rumpfhälften, die Flügelunterseite und die beiden Flügeloberseiten, welche sich alle in einem Beutel befinden. Die Oberflächenstruktur ist sehr gut detailliert und wiedergegeben. Feine versenkte Gravuren und Nietreihen bilden einen perfekten Gesamteindruck. Mir fiel auf, dass eine der beiden Aussparungen der Reifen in der Flügelunterseite nicht ganz rund sondern etwas „kantig“ ist, hier wird sicherlich ein wenig Nacharbeit erforderlich sein, sollte man das Fahrwerk eingefahren und somit verschlossen darstellen wollen. Die Innenseite der Rumpfhälften gibt Aufschluss über die Herkunft des Bausatzes, Revell 2014, und beherbergt auch ein wenig Details für die Cockpitsektion.

Im zweiten Beutel finden sich zwei große und zwei kleinere Gussrahmen. Die beiden großen Rahmen beinhalten alle möglichen Kleinteile für das Cockpit und die separaten Klappen der Flügel. Allein das Cockpit ist schon fast ein Bausatz für sich und überzeugt durch Details ohne Ende. Leider finden sich jedoch auch viele Fischhäute an den ein oder anderen Teilen.

Im nächsten Beutel sind zwei doppelt vorhandene Gussrahmen zu finden. Einmal mit den Propellerblättern, insgesamt 4, jedoch hat diese Spitfire nur 3, sodass ein Propellerblatt in die Restekiste wandert, den Reifen und die anderen mit Lüftungsgittern und den Pedalen.

Beutel Nummer 4 beinhaltet die Klarsichtteile. Sie sind klar, schlierenfrei und frei von Kratzern. Jedoch, geschuldet durch die Rundung der Haube, bildet sich ein kleiner „Lupeneffekt“. Auch hier findet sich die ein oder andere Fischhaut, leider.

 

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Kommen wir zum Highlight des Bausatzes. Spritzling „X“, der auch in einer ganz anderen Beutelfolie daherkommt und dessen Kunststoff dunkler und von der Haptik her auch etwas anders ist als der Rest des Bausatzes. Hierbei handelt es sich um nichts geringeres als um „Eddie“ - dem Bandmaskottchen! Das Beste ist noch, dass die Figur doppelt bei liegt. Einmal in sitzender Position, um sie ins Cockpit zu setzen und einmal im stehen. Die Details des Gesichts hätte man meiner Meinung nach selbst in Resin nicht besser machen können. Absolute Spitzenklasse! Jedoch habe ich das Gefühl das die Figuren nicht alleine von Revell sondern vielleicht von ICM entwickelt wurden, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

 

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Widmen wir uns nun den Decals. Gedruckt von Cartograf kommt ein hervorragender Decalbogen daher, der, wie anfangs erwähnt, zwei Versionen bietet:

Version 1 ist die schon angesprochene Fiktive Lackierung mit der Kennung „666“ und einigen Applikationen der Band, z.B. 5 Eddieköpfe von unterschiedlichen Albumcovern oder auch der Schriftzug „IRON MAIDEN“ und „ACES HIGH“.

Version 2 ist nicht direkt fiktiv, aber auch nicht aus der Fantasie entstanden. Es ist die Bühnenmaschine zur „Legacy of the Beast“ Tour welche 2017 startete und bis ins kommende Jahr geht. Hierbei handelt es sich um ein 1:1,5 oder 1:2 Modell einer Spitfire welche zu dem Lied „Aces High“ über die Köpfe der Band schwebt, natürlich mit drehendem Propeller und Lichteffekten in den Maschinengewehrmündungen. Hier ist jedoch zu beachten, dass die Bühnenmaschine 4 Propellerblätter hat und nicht nur 3!

Ohne Versatz und in guter Farbqualität liefert Cartograf für Revell wieder einmal gute Arbeit ab. Was mir jedoch immer wieder auffällt ist, dass der rote Punkt, der in die Mitte der Kokarde kommt wieder separat bei liegt, wieso? Kann man den nicht mit reindrucken? Naja, sei es drum, man bekommt ihn schon in die Mitte platziert.

 

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Die Bauanleitung führt in 69 Revelltypischen Schritten zum fertigen Modell, wovon nochmal 3 weitere Schritte für das zusammensetzen der stehenden Figur angedacht sind. Ganz untypisch ist jedoch Schritt Nummer 1. Der Bau beginnt nicht mit dem Cockpit sondern dem zusammensetzen der sitzenden Figur. Die Schritte 73 und 74 widmen sich der Aufbringung der Decals. Was auch wieder Revelltypisch ist, ist das Anmischen der Farben, insgesamt müssen 4 Farben angemischt werden.

 

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Fazit: Der Bausatz soll sich gut und einfach bauen lassen. Somit sollte er auch von etwas erfahrenen Modellbauern zu meistern sein, für Anfänger aufgrund der vielen Kleinteile jedoch nicht unbedingt zu empfehlen. Das Bemalen der Figuren, gerade im Bereich des Gesichtes bereitet mir etwas Kopfzerbrechen, aufgrund der Schattierungen, sollte aber doch recht gut funktionieren. Alles in allem, auch trotz der vielen Fischhäute ein schöner Bausatz, vor allem, wenn er dann noch in der Iron Maiden Lackierung daherkommt. Somit nicht nur für Modellbauer, sondern auch für eingefleischte Metalheads und insbesondere Maidenfans ein absolutes MUST HAVE! In diesem Sinne: UP THE IRONS \m/

 

Eine mögliche Bezugsquelle zum UVP von 39,99 EUR direkt beim Hersteller gibt es hier.

Die obengenannte Bauaneiltung kann hier für den privaten Gebrauch von der Webseite des Herstellers geladen werden.

 

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Text und Fotos: Florian Hölzel

                                                                                                               

Zum Abschluß hier noch der Text zum Lied „Aces High“:

                                          

There goes the siren that warns of the air raid                      Move in to fire at the mainstream of bombers
There comes the sound of the guns sending flak                  Let off a sharp burst and then turn away
Out for the scramble, we've got to get airborne                     Roll over, spin 'round to come in behind them
Got to get up for the coming attack                                        Move to their blindsides and firing again   
Jump in the cockpit and start up the engines                         Bandits at 8 o'clock move in behind us
Remove all the wheel blocks, there's no time to waste          Ten ME-109s out of the sun
Gathering speed as we head down the runway                     Ascending and turning our spitfires to face them
Got to get airborne before it's too late                                    Heading straight for them, I press down my guns

 

Running, scrambling, flying                                                    Rolling, turning, diving
Rolling, turning, diving, going in again                                   Rolling, turning, diving, doing it again        
Running, scrambling, flying                                                    Rolling, turning, diving
Rolling, turning, diving                                                            Rolling, turning, diving
Run, live to fly                                                                         Run, live to fly
Fly to live                                                                                Fly to live
Do or die                                                                                 Do or die
Won't you run?                                                                        Won't you run?
Live to fly                                                                                 Live to fly
Fly to live                                                                                 Fly to live
Aces high                                                                                Aces high